Dienstag, 13. Februar 2018

Weben mit zwei Gatterkämmen

Ich habe in den letzten Tagen meinen Plan, die Möglichkeiten des Gatterkammwebrahmens auszuschöpfen, weiterverfolgt.
Ich hatte mir schon im Januar eine Halterung für einen zweiten Gatterkamm und einen solchen in 40/10 zugelegt. Damit kann man entweder mit dünnerem Garn 80 Fäden auf 10cm in Leinwandbindung weben, oder Muster, die durch verschiedenen Reihenfolgen der Positionen beider Gatterkämme entstehen.
Im Netz fand ich zunächst eine Anleitung für Rautenköper, durch die ich mich Schritt für Schritt durcharbeitete.


Ich habe als Kette und Schuß WollSeidenGarn (600m/100g  "Filisilk") verwendet. Davon habe ich noch allerhand gefärbte Reste, weil ich es schon seit langem als Kettgarn für meine Schals nehme. Allerdings bekam ich jetzt mit den zwei Gatterkämmen ein Problem mit der Kette. Wenn ich sie nicht alle 2-3cm aufrollte, führte das viele Rauf und Runter dazu, daß die Kämme das Garn aufrieben und kleine Wollbüschel entstanden, grrr !!!
Obwohl ich mit der Zeit immer besser mit der Musterreihenfolge zurecht kam, verlangte mir das Ganze  aber einige Konzentration ab, die Musterfehler zeugen davon.

Bei ravelry bin ich dann auf einen Beitrag gestoßen, in dem die Einzüge und die Vorgaben für die Gatterkammaktionen für Leinwandbindung, Köper und Spitzköper sehr ausführlich dargestellt werden.

Die ersten Muster basieren alle auf demselben Einzug und unterscheiden sich nur durch die Hebungen und Senkungen der Gatterkämme in unterschiedlichen Reihenfolgen, beim Schaftwebstuhl würde man vermutlich Trittfolge sagen.



Obwohl ich das entstandene Gewebe an sich ganz gelungen finde und auch der Aufwand sich in Grenzen hielt, werde ich diese Muster nicht in mein Repertoire aufnehmen. Sie erinnern mich einfach zu sehr an die Tischläufer aus den 70ern...

Dann habe ich den Einzug verändert, um Köper 2/1 zu weben. Das war schon lange mein Wunsch, ich liebe die verschiedenen Muster und wollte es so gerne selber ausprobieren. Vor allem war ich ganz gespannt, wie es mit meinem selbstgesponnenem  Singlegarn klappt.
Das untere Stück Gewebe auf dem oberen Bild ist mit  pinkem Garn in Sockenwollstärke auf der Lacegarnkette gewebt. Während man da das Köpermuster noch gut sehen kann, verschwindet das Spitzköpermuster in blau/violett darüber fast vollständig. Das handgesponnene Singlegarn und der Farbwechsel eignen sich zumindest mit dieser Kette also nicht.

Im unteren Gewebe habe ich als Schuß das Kettgarn genommen, allderdings wieder mit Farbwechsel, das stört die Optik. Oben noch einmal ein Versuch mit handgesponnenem Garn in hellblau, nicht überzeugend.

Nach diesen Experimenten habe ich wieder etwas recherchiert und bin auf die Möglichkeit gestoßen, Köper 2/2 mit drei Gatterkämmen zu weben.
Nachdem ich den mühsamen Einzug hinter mich gebracht hatte,
 mußte ich festellen, daß sich der hintere Gatterkamm nicht im erforderlichen Ausmaß bewegen ließ. Ich benutze einen Ashfordwebrahmen und hatte den 3. Kamm mit Schraubzwingen angebracht. Vermutlich habe ich auch nicht alles korrekt gemacht, aber an der Stelle erlosch mein Ehrgeiz und ich nahm die Schere...
jetzt habe ich auf alle Fälle jede Menge exklusives Garn in der richtigen Länge um Garnstränge zum Färben abzubinden.....

Mein Fazit nach dieser Experimentierphase:
Das Weben mit drei Gatterkämmen scheidet für mich komplett aus, mit zwei Kämmen ist es unter Umständen machbar.
Dazu ist zunächst erstmal wichtig, das passende Garn auszuwählen. Mein Singlegarn eignet sich leider nicht. Sinnvoll scheint mir, gleiche Garnstärke in Kette und Schuß bei hohem Farbkontrast, da ansonsten das Muster verschwindet.
Für das Weben mit handgesponnenem Garn muß ich mir erstmal noch mehr Routine aneignen, sonst ist es Verschwendung.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen