Samstag, 6. Juli 2013

Überfärbung mit Krapp

Ich freue mich ja dolle über die vielen Kommentare zu meinem Walnußpost, hach, da traut man sich ja beinahe garnichts "Normales" mehr zu posten. Vielen Dank nochmal und einen lieben Gruß an meine neue Leserin Vladka, deren blog ich sehr spannend finde, aber leider nicht lesen kann. Vielleicht finde ich ja noch eine Übersetzerfunktion.

Ich wollte ja meinen Sockengarnstrang aus der Walnußfärbung mit Krapp überfärben, gesagt getan. Leider hatte ich nicht berücksichtigt, dass dieser Strang nicht gebeizt war, weil er ja walnußschalengefärbt wurde.
Nun könnte ich ja ganz frech behaupten, ich hätte experimentiert - in Wirklichkeit habe ich nur getrieft ! Herausgekommen ist doch etwas:
An manchen Stellen zeigt sich eine verschämte rötliche Blässe, auf jeden Fall nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. 
Wollte man jetzt wirklich experimentieren, ob die Gerbsäure der  Walnußschalen auch für eine Überfärbung ausreicht, dürfte man die Wolle wahrscheinlich nach der ersten Färbung nicht waschen und spülen. Außerdem bräuchte man eine Vergleichsfärbung - Krapp auf ungebeizter ungefärbter Sowo. Also: Freiwillige vor ! Meine Vorräte an Walnüssen sind leider gerade erschöpft und so werde ich wohl bis zum Herbst warten müssen.
Der Strang wanderte jedenfalls gebeizt wieder in ein neues Krapp-Farbbad und sieht jetzt so aus:

Außerdem habe ich gelbe Wolle überfärbt und zwei Erkenntnisse gewonnen:
Auch wenn der Gelbton auf den Wollsträngen fast identisch erscheint, ergeben die mit unterschiedlichen Pflanzen gefärbten Töne nach dem Überfärben einen anderen Farbton. Das kann man an den beiden Garnsträngen sehr deutlich erkennen (links Essigbaum, rechts Löwenzahnblüte):
Kammzug links: Krapp auf Birkenfärbung  1. Zug, Falkland; rechts Krapp auf BFLweiß

Außerdem ist mir aufgefallen, dass bei der Krappfärbung die Farbe kaum an die Stellen vordringt, die durch die Zopfflechtung verdeckt sind, bei anderen Pflanzenfärbungen ist das weniger ausgeprägt. Das kann ja erwünscht  sein, wenn man den Kammzug im Stück verspinnen will, ich wollte hier aber Wolle zum Mischen und Kardieren, deshalb werden die nächsten Kammzüge ungezopft gefärbt.


Kommentare:

  1. Hello Gabriele! Thank you very much for inviting to your lovely blog. I love all crafts around nature fibers, especialy crafts with wool. They are quite forgotten in my area. So I look for people on web who share all about spinning, felting or natural dyeing. This is the best school for me. I have discovered that a lot of women in Germany are very handy. I admire it. But, yes, there is one barrier - language. I use google translator but sometime it works crazy.
    You have got an excellent sense of colours. I like it very much. Greetings :-)

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  2. Liebe Gabriele,
    ich, eine stille Leserin Deines inspirierenden Blogs, färbe eigentlich nie im Zopf um weisse Stellen zu vermeiden.
    Dein überfärbtes Walnußgarn (gebeizt) finde ich farblich wunderbar warm.
    Beste Grüße
    Friederike

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    1. Liebe Friederike,
      das Färben im Zopf hatte eigentlich das Ziel, eine kompaktere Form zu erhalten und die Fasern möglichst wenig zu "filzen". Aber ich habe wenig Unterschied festgestellt und werde es wohl jetzt auch sein lassen.
      Deinen Blog hatte ich auch schon besucht und besonders deine Töpfereien haben mir sehr gut gefallen.
      Viele Grüße
      Gabi

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  3. Dein überfärbter Sockenwollstrang ist ja besonders schön geworden! Ich liebe Überfärbungen mit Krapp, da sind unendlich viele Zwischentöne möglich.
    LG Constance

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