Mittwoch, 27. Juni 2018

Zwei Schals aus einer Kette

Auf der "kleinen" Erica habe ich zuletzt eine lange Kette aufgezogen und zwei Schals im gleichen Muster gewebt. Das Material ist wieder handfärbtes Tencelgarn. Die Fransen habe ich einmal gezwirnt und einmal ungezwirnt  gelassen. Das geht bei Tencelgarn ganz gut, weil dieses Garn so schön "fällt".



Montag, 18. Juni 2018

Baumwollschal

Ich teste immer noch die Materialien, die mich in Zukunft vorrangig begleiten sollen. Als nächster Kandidat stand mercherisierte Biobaumwolle auf dem Plan: in der Stärke NeB 8/2 bei einem Einzug von 10/cm und einem "undulaiting rosepath" als Muster, Kette und Schuss  handbemalt.




Für mich als Musterweb - anfängerin barg dieses Muster noch einige Probleme, bzw. ich hatte echte Schwierigkeiten, die Reihenfolge einzuhalten. Bereits beim Einzug sind mir Fehler unterlaufen und beim Weben ebenso. Gut ist allerdings, daß man es beim Tragen des fertigen Schals kaum sehen wird. Der könnte etwas länger sein, die gefärbten 100g Schußgarn haben nicht ganz gereicht. Er gefällt mir trotzdem und ich bin wieder um einige Erfahrungen reicher !

Dienstag, 5. Juni 2018

Meine neusten Webprojekte

 Der erste Tencelschal ist fertig:


Danach habe ich für mich einen Loop gewebt. Das Material ist Tencel Ne 8/2 in Kette und Schuß (etwas dünner als das vom grünen Schal), beides handgefärbt. Das Muster nennt sich 4 shaft twill complications. Ist zwar am Tischwebstuhl wirklich ein bischen kompliziert, aber es verzeiht alle Fehler ! Ich glaube, das Material wird ein Sommer-Favorit, leicht, weich und der Glanz gefällt mir sehr. Das Zusammennähen war mit meiner alten Nähmaschine in Form einer Kappnaht kein Problem.



 Ausserdem gab es noch einen Schal für meinen Vater zum 91. Geburtstag:

Hier ist die Kette aus Öko-BaumwolleNe 8/2 ungebleicht und er Schuß ist Tencel Nm 15/3 handgefärbt, das Muster ist Fischgrat.
 Die Baumwolle hatte ich erstmals getestet und ich bin begeistert. Das Garn wird in Schweden aus europäischer BW gesponnen, es ist sehr weich und verwebt sich hervorragend.

Sonntag, 13. Mai 2018

Abschied vom Webrahmen

Gestern habe ich Abschied von einem liebgewordenen Handwerkszeug genommen. Ich habe meinen Ashford-RH-Webrahmen in gute Hände abgegeben. 
Das kam eigentlich ungeplant, aber seit ich meinen Webstuhl DAVID von Louet bestellt habe und dann mit der kleinen ERICA anfing zu arbeiten, wurde mir schnell klar, daß ich für den langgedienten und liebgewonnenen RH kaum noch Platz und Zeit haben werde.
 Da kam mir eine Anfrage im Netz ganz gelegen und wir verabredeten uns für Sonntag vormittag. 

Am Samstag nutzte ich den Nachmittag, um nochmal alles Zubehör und alle gewebten Muster herauszukramen. Dabei konnte ich wie beim Blättern durch ein Fotoalbum nochmal Erinnerungen heraufholen und dankbar an die schönen Stunden denken, die wir zusammen hatten.
 Sonntag ließ ich dann die zukünftige Weberin an meinem Wissen über das RH-Weben teilhaben und hatte eine sehr interessierte und gelehrige Schülerin. Da sie schon Brettchenweberin ist, war ihr manches schon geläufig. Nachdem wir den Webrahmen zusammen aufgebaut hatten und ich ihr das Direktaufziehen der Kette gezeigt hatte, konnte sie gleich anfangen. Ich freue mich, daß das so schön geklappt hat und ich glaube, da haben wir alle was davon ! Viele Grüße nach Beelitz !

Weben mit Tencel

Vor einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einem geeigneten Kettgarn auf Tencel gestoßen. Ich kannte die Faser schon aus Kammzugmischungen zum Handspinnen  (schöner Glanzeffekt) und hatte auch schonmal reines Tencel versponnen, was eine etwas rutschige Angelegenheit ist.
Der eigentliche Name ist Lyocell, Tencell ist der Markenname. Wissenswertes findet ihr hier. Kurz gesagt handelt es sich um eine Cellulosefaser, die aus Holz hergestellt wird und im Gegesatz zu Viskose deutlich umweltfreundlicher erzeugt werden kann.
Deshalb z.B. hat  auch Marlin mit ihrem Shop "vegarn" das Garn im Angebot. Bei ihr hatte ich mir eine Kone ungefärbtes Garn der Stärke Nm 15/3 bestellt. Ich hatte zunächst mal eine Probe mit Simlicol gefärbt und nun, als weiteres Färbeexperiment Kette und  Schußgarn gefärbt. Tencell kann man, wie Baumwolle und andere Pflanzenfasern, nur mit Reaktivfarben färben (Pflanzenfarben einmal ausgenommen), ich benutze Procion mx.

Die guten  Trageeigenschaften des Tencel (Weichheit, hohe Absorbtionsfähigkeit, schöner Fall) konnte ich noch nicht testen. Aber färben und verweben läßt es sich sehr gut. Es ist sehr reißfest (auch im nassen Zustand - im Gegensatz zu Viskose) und fusselt nicht. Optisch besonders macht es aber der sanfte Schimmer, der den Vergleich mit Seide nicht scheuen muß.
 Beim Färben der Kette hatte ich diesmal dank der besseren Infos mehr Erfolg als zuletzt hier geschildert und konnte meine Ideen zum größten Teil umsetzen. Anders als beim Wollefärben wird hier nicht mir Wärme fixiert. Nach 24 Stunden Wartezeit konnte ich mich davon überzeugen, daß etwas brauchbares entstanden war.
Jetzt werde ich noch ein bischen fleißig sein, damit der Schal bald auf seine Trageeigenschaften getestet werden kann, ich werde berichten.

Mittwoch, 9. Mai 2018

Baumwollkette handbemalt

Ich hatte ja schon länger den Plan, Baumwollgarn selbst zu färben. Da ich noch sehr dünnes Konengarn in Bioqualität da hatte, machte ich mich vorige Woche ans Werk. Ich hatte langwierig recherchiert, wie mit den neuen Reaktivfarben nun umzugehen sei. Anders als Wolle, neben Seide bisher mein ausschließliches Färbegut, braucht es zum Färben von Pflanzenfasern Soda und nicht Essig, und natürlich andere Farben. Ich hatte mir zum Ausprobieren ein Set mit Fuchsia, Turkis und Gelb ausgesucht. In Reinform allen nicht meine Farben, aber ich wollte ja mischen.
Leider fand ich nur Anleitungen zum Färben von Stoff im Wasserbad, ich wollte aber Garn in verschiedenen Schattierungen bemalen. Nachdem mein erster Versuch gründlichst gescheitert war, mußte ich erstmal neue Kräfte sammeln. Ich hatte zum Glück zuerst nur einen Strang gefärbt und nicht  die mühevoll hergestellte Webkette. Die Farbe des Strangs erinnerte mich an einen ganz alten Scheuerlappen, an seinem Lebensende. Sollte mir  jemals alles Garn ausgehen, kann ich immer noch einen Scheuerlappen daraus weben.....

Irgendwie klappte es dann, nach weiteren Recherchen und mehreren Tassen Kaffee, doch noch und ich hatte die Kette in ansprechendem Türkis-Grün-Farbverlauf dekoriert. Den ursprünglichen Plan, das Schußgarn in einem passenden dunkleren Ton zu färben, gab ich angesichts des Desasters (Scheuerlappen!) auf und wählte den ungebleichten Baumwollfaden von der Rolle als Schußgarn.
Das Muster ist eine Köpervariation mit 4 Schäften.
Herausgekommen ist schließlich ein weicher, leichter, sommerlicher Schal und eine Menge Erfahrungen.



Montag, 30. April 2018

Mustermix mit vier Schäften


Nun ist er fertig und auch schon getragen, der erste Schal von meinem neuen Tischwebstuhl.  Zuvor gab es ein paar Überraschungen , aber das ist ja zu erwarten, wenn man etwas Neues ausprobiert. Schon das Schären der Kette war eine Herausforderung und das weniger, weil ich meinen neuen Schärbaum erst zum zweiten Mal benutzt habe. Mit dem Schärbaum selbst bin ich sehr zufrieden. Hier auf diesem Bild ist bereits eine andere Kette drauf, die  ich zum Färben abgebunden habe.


Das Problem war, daß der Zustand meiner  Garnreste und die Streifen, die ich machen wollte, zu häufigem Anknoten zwangen, wodurch es ziemlich lange dauerte, die Kette fertig zu bekommen.
Das Aufbäumen auf der ERICA war dann unproblematisch. Das Einziehen der Kettfäden in die Litzen ging auch gut voran, wobei ich die Methode ohne Litzenstecher bevorzuge. Gegen Ende wurde aber klar, was ich als Neuling nicht bedacht hatte. Durch die Musterung waren auf einem Schaft mehr Litzen in Gebrauch als auf den anderen. Drei Zentimeter vor Ende waren nur noch auf drei Schäften Litzen übrig - ich entschloss mich ganz mutig, die letzten Fäden in drei Schäfte einzuziehen. Die Alternative - die Randfäden wegzulassen und den sowieso schon schmalen Schal weiter zu schmälern, erschienen mir noch weniger zweckmäßig. Die Schäfte auseinanderzunehmen und die restlichen Litzen umzuverteilen kam mir garnicht in den Sinn, wahrscheinlich weil ich so froh war, alles zusammengebaut zu haben. Mitterweile habe ich mir weitere Litzen zugelegt und auch auf die Schäfte verteilt, es ging ziemlich einfach, wenn man sie sichert.
Letzendlich ließ es sich auch mit diesem Einzug weben, der linke Rand ist nicht sehr schön und sieht aus wie Leinwandbindung mit flottierendem Schuß. Aber es sollte ja ein Probestück werden und da gehören solche Erfahrungen dazu ! 
Eine weitere wichtige Erkenntnis konnte ich auch über das von mir seit Jahren bevorzugte Kettgarn gewinnen. Ich habe das Merino-Seiden-Singelgarn sehr gerne für Schalketten genommen, da es sich problemlos mit Säurefarben färben läßt und einen schönen Glanz sowie Zugfestigkeit hat.Leider ist die Abriebfestigkeit schlecht.
 Es eignet sich nicht nur nicht für Gatterkämme oberhalb 40/10, sondern auch nicht für das Webblatt 40/10.  Beim Gatterkamm bilden sich vor allem bei den Fädem, die durch die Augen gehen, feste Wollpuschel - sehr stöhrend ! Beim Webbblatt war das zwar nicht der Fall, aber ich hatte nach einer Weile auch Flausch im Webkamm, der den Anschlag beeinträchtigte und den ich unter der Kette kaum rausfummeln konnte.
Das bestärkte mich in dem Gedanken, mir ein neues Kettgarn zu suchen, daß ich auch selber färben kann. Davon werde ich in einem späteren Beitrag berichten.
Da ich bis auf den gelbgrünen Streifen den Einzug "geradedurch" gewählt hatte, musste ich, um ein bischen "Leben in die Bude" zu bekommen, immer mal die Richtung der Schäfte wechseln. Das klappte gut, wenn es auch zu Anfang ziemlich zeitaufwändig war, da ich öfter mal vergaß, wo ich denn nun gerade war. Außerdem mußte ich darauf achten, daß der Randfaden erfaßt wurde, da ich keinen Extrafaden eingezogen hatte. Das empfiehlt sich vor allem bei Köperbindung um einen schönen Rand zu erzeugen.
Das neue Schiffchen - ein "Fliegender Holländer" leistete mir sehr gute Dienste, da ich als Schußfaden das gleiche dünne Garn wie für die Kette benutzt habe.
Obwohl es bei der 30er Breite der ERICA keine richtige "Flugbahn" hatte, war glitt es mühelos durch das geräumige Fach. Zunächst hatte ich eine Plastespule verwendet, aber als meine verspäteten Pappspulen angekommen waren, merkte ich, daß ich damit besser klar kam. Für das Aufspuhlen nutze ich einen Akkuschrauber mit einer Bambusstrumpfstricknadel (was für ein Wort!) Stärke 4. Das geht prima !

Ja, eine weitere Überraschung gab es noch, nachdem ich die Kette abgewebt hatte: der Schal ist ohne Fransen nur 1,40m lang ! Da war ich erstmal platt, zumal ich kaum Kettabfall hatte. Entweder ich habe mich beim Schären vermessen, oder ....eigentlich gibt es keine andere Möglichkeit. Das Garn für die Kettfäden ist nur ganz ganz wenig elastisch, daher scheidet das als Fehlerquelle aus. Naja, als mein Mann dann sofort sagte, das fände er gut, er wünsche sich einen leichten kurzen Schal und ihn auch gleich ausführte, war ich versöhnt und freute mich. 
Mein Fazit für das nächste Mal: mehr Litzen (hab ich),  Litzen nach  Einzugmuster auf den Schäften verteilen, Kette etwas großzügiger schären (ist gemacht), anderes Kettgarn (Baumwolle).